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Tonys Reiseblog

Großbritannien & Irland


»Das vereinigte Königreich« und »Großbritannien«:

Das vereinigte Königreich oder Groß Britannien – wo ist der Unterschied? Genau damit wollen wir den Artikel hier beginnen. Denn es ist nicht ganz dasselbe. Und dann gibt es noch das Commonwealth of Nations.

• Großbritannien (Great Britain): Zu Großbritannien (früher auch Britannien) gehören England, Schottland und Wales.

• Das Vereinigte Königreich (United Kingdom [UK]): Hierzu gehören Großbritannien und Nordirland. Offiziell heißt es deswegen auch »Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Nordirland«.

• Das Commonwealth of Nations (CoN): Kurz das Commonwealth (bis 1947 British Commonwealth of Nations) umfaßt noch mehr: Es besteht als eine lose Verbindung souveräner Staaten vordergründig aus dem Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland und dessen ehemaligen Kolonien. Es umfasst heute 56 Mitgliedstaaten.


Die Entwicklung des Union Jack:

Die Union Flag (oder auch: der Union Jack) entstand schrittweise aus den einzelnen Flaggen der Länder des vereinigten Königreiches. Hier erst einmal eine kompakte Übersicht darüber, wie die Union Flag entstanden ist:

Ab 1606

+

=

Ab 1801

+

=

In der Union Flag, traditionell auch Union Jack, vereinen sich die Flaggen der (meisten) Länder, die dazugehören.
Das rote Kreuz in der englischen Flagge ist das Georgskreuz. Und damit fängt alles an. Auf der schottischen Flagge sehen wir das Andreaskreuz. Kombiniert mit der Flagge Englands ergibt sich 1606 der erste Schritt zum Union Jack.
Ab 1801 kommt dann noch die irische Flagge mit dem Patrickskreuz dazu, wobei es hier zu bedenken gibt, daß Irland zunächst noch im ganzen dazugehörte – denn Irland wurde erst 1949 unabhängig.
Warum »die meisten« Länder? Weil sich Wales in der Flagge nicht wiederfindet! Und das, obwohl es das walisische gelbe Davidskreuz gibt (wenn man schon den Drachen für zu pompös hält). Warum es sich hier so einfach gemacht wurde, und ein Land mit einem »die gehörten halt schon zu England« weggewischt wurde, ist mir nicht so ganz klar. Denn die Flagge existiert ja! Aber auch dazu weiter unten mehr.


Die vier Schutzpatrone:

In der folgenden Tabelle geht es um die Heiligen und Beschützer in Großbritannien – die Schutzheiligen: Andreas, David, Georg und Patrick.

Land

Schutzpatron

Flagge

Schottland:

St. Andrew war einer der Jünger von Jesus Christus und Bruder von Petrus, der im 1. Jahrhundert lebte.
Der St. Andrew’s Day ist der 30. November.
Das St. Andrewʼs Cross, oder Saltire (Andreaskreuz) ist ein diagonales weißes Kreuz auf blauem Untergrund.

England:

St. George war ein hochrangiger römischer Offizier, der im 3. Jahrhundert lebte.
Der St. George’s Day ist der 23. April.
Das St. Georgeʼs Cross (Georgskreuz) ist ein gerades rotes Kreuz auf weißem Untergrund.

Irland:

St. Patrick (eigentlich Patricius) war der Sohn eines römischen Offiziers und Bischof in Irland, der im 5. Jahrhundert lebte.
Der St. Patrick’s Day ist der 17. März.
Das St. Patrickʼs Cross Saint, oder Patrick's Saltire (Patrickskreuz) ist ein diagonales rotes Kreuz auf weißem Untergrund. Die Flagge repräsentiert heute Nordirland im Union Jack, nachdem Irland unabhängig wurde und seine eigene Flagge bekam.

Wales:

St. David war ein walisischer Bischof, der im 6. Jahrhundert lebte.
Der St. David’s Day ist der 1. März.
Das St. Davidʼs Cross (Davidskreuz) ist ein gerades gelbes Kreuz auf schwarzem Untergrund. Diese Flagge wird seltener als Alternative zum roten Drachen verwendet.

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Zeittafel:

In der folgenden Zeittafel schauen wir uns einmal nacheinander die Entwicklung an.

Datum

Ereignis

Flagge

832:

Um das Jahr 832 soll die schottische Nationalflagge, das St. Andrewʼs Cross in einer Schlacht entstanden sein. Sie soll die älteste Flagge Europas sein.

12. Jahrhundert:

Seit dem 12. Jahrhundert symbolisiert das »St. Georgeʼs Cross« den Schutzheiligen Englands.<

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1267:

Das Fürstentum Wales (Walisisch: Tywysogaeth Cymru) wird durch den Vertrag von Montgomery gebildet. Geschlossen wurde dieser vom englischen König Heinrich III. und Llywelyn ap Gruffydd, dem Fürst von Gwynedd.

3. März 1284:

Nach der Eroberung von Wales erläßt der englische König Eduard I. das Statut von Rhuddlan (Statute of Rhuddlan), welches am 19. März 1284 in Rhuddlan Castle in Nordwales verkündet wird. Durch dieses Gesetz wurde Wales von England annektiert (gewaltsam und widerrechtlich angeeignet). Statt des traditionellen walisischen Rechts wird das englische Recht eingeführt. Allerdings gilt das Gesetz nur für das ehemalige Fürstentum Gwynedd, das im neuen englischen Fürstentum Wales aufging. In den Baronien der Welsh Marches konnten die Marcher Lords weiterhin weitgehend autonom herrschen. Diese königliche Verordnung von Edward I. von England bildete die verfassungsrechtliche Grundlage für die Regierung des Fürstentums Wales von 1284 bis 1536. Das Gesetz folgte der Eroberung von Wales durch Eduard I. und der Ermordung des letzten walisischen Fürsten, der das gesamte Fürstentum regierte, Llywelyn ap Gruffudd, im Jahr 1282.

1535 – 1542:

Mit dem Act of Union (die Gesetze zur Eingliederung von Wales) galt das englische Recht nun auch in Wales. Wales wurde in dreizehn Grafschaften unterteilt. Englisch wurde als Amtssprache eingeführt.

18. Juni 1542:

Mit dem Crown of Ireland Act wird ein Gesetz des irischen Parlaments erlassen, mit dem der Titel »König von Irland« für die Monarchen von England und ihre Nachfolger geschaffen wird. Irland wird somit der englischen Krone unterstellt, und König Heinrich VIII. ließ sich zum König von England und Irland krönen. Innerhalb der irischen Patriotenpartei des 18. Jahrhunderts wurde das Gesetz als Annexionsgesetz bezeichnet. (Zuvor wurde Irland durch die Lords of Ireland regiert.)

24. März 1603:

Nach dem Tod Elisabeths I. von England ging die englische Krone an den nächsten verfügbaren Erben: Dies war ihr Cousin Jakob VI., König von Schottland, da sie unverheiratet und kinderlos gestorben war. Dadurch hatten England und Schottland denselben Monarchen im Rahmen der sogenannten Union der Kronen. England, Schottland und Irland bleiben bis zu den Unionsgesetzen von 1707 separate Staaten mit jeweils eigenen Parlamenten.

12. April 1606:

Der Union Jack wird zur Nationalflagge Englands und Schottlands.

1. Mai 1707:

Die Acts of Union vereinigen England und Schottland zum einheitlichen Königreich Großbritannien. Schottland schließt sich England an – das damalige Königreich Großbritannien entsteht. Damit werden Schottland, England und Wales unter einem gemeinsamen Monarchen vereint. Sie behalten aber ihre jeweiligen Parlamente.

1783:

Die Ursprünge des St. Patrickʼs Cross gehen bis 1783 zurück, als der englische König Georg III. den St.-Patricks-Orden für den irischen Adel gründete.

1. Januar 1801:

Die staatliche Vereinigung der Königreiche Großbritannien und Irland zum Vereinigten Königreich Großbritannien und Irland tritt in Kraft. Der Act of Union 1800 basiert dabei auf zwei Gesetzesvorlagen: Am 2. Juli 1800 wird durch das Parlament des Königreiches Großbritannien der »Union with Ireland Act 1800« verabschiedet, und am 1. August 1800 wird durch das Parlament des Königreiches Irland der »Act of Union (Ireland) 1800« verabschiedet. Der Union Jack wird um das irische Patrickskreuz ergänzt. Bis dahin behielt Irland eine rechtlich eigenständige Krone und ein eigenes Parlament.

1807:

Der rote Drache wird zur Nationalflagge von Wales. (1959 in seiner heutigen Form.)

23. Dezember 1920:

Mit dem Government of Ireland Act (vollständig: An Act to Provide for the Better Government of Ireland) wird ein Gesetz beschlossen, das den Iren eine gewisse Autonomie gewährt und das Land in den katholischen Freistaat Irland und in Nordirland, wo die meisten unionistischen Protestanten leben, teilt. Das Gesetz wurde von der Regierung unter David Lloyd George eingebracht, und teilte die irische Insel in zwei Gebiete: Südirland und Nordirland, die beide eine eigenständige Regierung erhalten sollten. Das Gesetz trat am 3. Mai 1921 in Kraft. Mit der »Home Rule« (autonome Selbstverwaltung) versucht London den irischen Unabhängigkeitskrieg zu befrieden.

6. Dezember 1921:

Der Anglo-Irish Treaty (Anglo-Irische Vertrag, auch Articles of Agreement, irisch Conradh Angla-Éireannach) zwischen der britischen Regierung und Abgesandten der republikanischen Führung in Irland beendeten den Irischen Unabhängigkeitskrieg und besiegelte die Entstehung des irischen Freistaates. Der Vertrag wurde am 6. Dezember 1921 in London von Repräsentanten der britischen Regierung und Generalbevollmächtigten der Irischen Republik unterzeichnet.

6. Dezember 1922:

Der am 1. Januar 1801 durch die Vereinigung des Königreichs Großbritannien und des Königreichs Irland gegründete souveräne Staat »Das Vereinigte Königreich Großbritannien und Irland« findet durch die Gründung des irischen Freistaats sein Ende.

1924:

Nachdem sich der Irische Freistaat vom Vereinigten Königreich getrennt hatte, wird für die in Ulster residierende nordirische Verwaltung eine eigene Flagge gestiftet. Die »Red Hand Flag of Ulster« basiert auf der traditionellen Flagge der Provinz Ulster und besteht wie die englische Flagge aus einem roten Georgskreuz auf weißem Untergrund auf dem sich in der Mitte ein sechszackiger Stern mit einer roten Hand, und darüber eine Krone befindet. Die nordirische Regierung verwendete den Ulster Banner von 1953 bis 1973. Die eigene nordirische Flagge verlor nach der Abschaffung des nordirischen Parlaments und der nordirischen Regierung jedoch ihren Status.

12. April 1927:

Nach der Gründung des irischen Freistaats wird der verbleibende Rest in »Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland» umbenannt. Dies geht auf den »Royal & Parliamentary Titles Act« zurück.

1931:

Die Gründung des Commonwealth of Nations

21. Dezember 1993 /
3. Januar 1995:

Am 21. Dezember 1993 wurden die Regelungen von 1535 aufgehoben, und am 3. Januar 1995 die von 1542. Damit wurde eine rechtliche Autonomie von Wales wiederhergestellt.

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Die Flaggen und die Dominanz von England:

Schottland

Der Union Jack war zunächst nur eine Überlagerung der Flaggen Englands und Schottlands. Viele Schotten waren mit der Dominanz des englischen Kreuzes unzufrieden. Dadurch entstand die Schottische Version des Union Jack, in der das Andreaskreuz im Vordergrund stand.

Der Union Jack von 1606

Schottische Version des Union Jack von 1606

Wales

Wales wurde also beim Union Jack gedanklich ganz rausgeschmissen. Die fadenscheinige Begründung heißt: Wales war damals sowieso an England angegliedert. Das bedeutet aber nicht, daß es nicht tatsächlich Pläne gab, das walisische Davidskreuz in den Union Jack zu integrieren! Welche Variante offiziell dafür vorgesehen gewesen ist, konnte ich noch nicht recherchieren. Aber ich war sehr verblüfft, wie viele unterschieldiche Ideen ich bei meiner Internetrecherche gefunden habe, um Wales in den Union Jack zu integrieren, und das für beide Flaggen! Hier sind einige Beispiele. Und meine eigenen Ideen waren alle dabei!

Zuerst die Konzepte, die das Davidskreuz integrieren:

Und hier ein paar Beispiele für einen Union Dragon, wobei die Fahnen, auf der der Drache zu sehen ist, tatsächlich über Amazon kaufbar sind:

Zu guter letzt bleibt noch festzuhalten, daß man mit ganz viel Wohlwollen argumentieren könnte, der obere Teil der Drachenflagge ist ja weiß, und könnte auf diese Weise in die Union Flag hineininterpretiert werden. Leider wissen wir, daß es nicht stimmt, und nicht nur deswegen wäre es nicht mehr als Recht, dafür zu sorgen, daß jede Flagge unmißverständlich im Union Jack repräsentiert wird.


Flaggen mit Union Jack (Beispiele):

Eine Übersicht findet ihr auch hier: Wikipedia

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